Projekt – Landschaftsraum NRW

Der Mut der Kamille vor gestreiftem Horizont.

Der Bericht des Club of Rome „Die Grenzen des Wachstums“ zur Lage der Menschheit erschien 1972 und prägte früh mein Interesse an Natur und Umweltthemen. Das stellte mich vor die Frage Biologie- oder Kunststudium? Ich entschied mich für letzteres und bewege mich seither in und zwischen beiden Feldern. Seit über zwanzig Jahren untersuche ich mit der Kamera die anthropogene Einflussnahme auf Naturlandschaften. Das Naafbachtal im Bergischen Land war nicht nur die erste Serie des Projektes „Raum Nordrhein Westfalen“, sondern wurde auch mein erster Auftrag als Dokumentarfotografin für den Westdeutschen Rundfunk, mit dem ich seit 20 Jahren zusammenarbeite und mir relevante Themen für sein Bildarchiv vorschlage.

Meine Perspektive auf Nordrhein-Westfalen änderte sich grundlegend in der Zusammenarbeit mit dem Landschaftsverband Rheinland, Kultur und Landschaftliche Kulturpflege. Das Bundesland ist in erster Linie ein Industrieland mit naturnahen Räumen und Kulturlandschaften. (Unberührte) Natur ist hier fast nicht zu finden. Jeder Raum in NRW wurde in den vergangenen Jahrhunderten den jeweiligen Bedürfnissen entsprechend gestaltet und damit zu einem Kulturraum. Diese Erkenntnis hat meine Fotografie nachhaltig beeinflusst. Die romantische Sehnsucht nach der unberührten Natur bedient sich des Raumes der Illusion, der sich trotz meines Wissens immer wieder in meinen Arbeiten manifestiert.

Die von mir erstellten Fotoserien umfassen neben Baum- und Wasserlandschaften auch Aufnahmen des Arbeits- und Stadtraums sowie des Ineinanderübergreifens der unterschiedlichen Bedürfnisräume. Im Rahmen der Recherche werden die einzelnen Themen und Hintergründe kontextualisiert. Dies ermöglicht mir, die Entstehungsgeschichte der Räume zu verstehen und ihre Relevanz für das Gesamtbild Nordrhein-Westfalens zu erfassen.

Mein Bildarchiv zur nordrhein-westfälischen Kulturlandschaft wächst seit dem Jahr 2002 kontinuierlich, obgleich ich stets exemplarische Räume auswähle, sind bis dato rund 1.200 Fotografien in die Sammlung eingeflossen. Viele wurden auf verschiedenen Internetplattformen, in der Presse, Büchern sowie im Fernsehen veröffentlicht. Die Kulturlandschaft in Nordrhein-Westfalen unterliegt einem beständigen Wandel, sodass auch mein Projekt mit neuen Themenräumen weiter wächst.

Die genauen Hintergrundinformationen zu den Fotografien sind mir als Dokumentarfotografin bekannt, können aber aus Gründen des Datenschutzes im Internet nicht genauer benannt werden.

Dieses Projekt wurde unterstützt vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW des Landes Nordrhein-Westfalen und der VG Bild-Kunst im Rahmen der Neustart Kultur Stipendien.